Systemtheorie und Erfahrung

Strukturaufstellungen wie systemische Aufstellungen überhaupt stellen zweifellos eine erhebliche Herausforderung an unser Weltbild dar.
Denn die Phänomene, Effekte und Wirkungen von Aufstellungen sind mit den geläufigen Theorien bisher nicht zu erklären. Da andererseits die Wirkung sehr leicht zu erfahren ist und auch wissenschaftlicher Prüfung standhält, möchte man schon auch verstehen, wie es funktioniert.
Der vielversprechendste Ansatz läuft über systemische Theorien. Ich schließe mich einer interessanten Definition von Matthias Varga von Kibéd an:

"Eine Erklärung (Theorie, Methodologie, Vorgehensweise, Begriffsbildung, Hypothese, Denkweise, Idee, Therapieform, Intervention ...) A ist SYSTEMISCHER als eine Erklärung (Theorie...) B per definitionem genau dann, wenn A in höherem Maße als B erlaubt, von der Zuschreibung von Eigenschaften an Systemelemente abzusehen (zugunsten der Betrachtung von Relationen, Strukturen, Kontexten, Dynamiken und Choreografien)."

(aus: Gunthard Weber, Gunther Schmidt, Fritz B. Simon: Aufstellungsarbeit revisited ... nach Hellinger? Mit einem Metakommentar von Matthias Varga von Kibéd, 2005, S. 229)

Es wird also darauf ankommen, eben solche Theorieansätze zum Verstehen der Aufstellungen auszuarbeiten und anzuwenden. Vielversprechende Autoren wie Wittgenstein, Peirce, Spencer-Brown, Luhmann, Günther, Lévinas kommen hier in Frage, um eine SYSTEMISCHERE Erklärung zu finden als bisher möglich war.

Hier weiter zu kommen ist auch ein Projekt von Constellaris.