Was sind Strukturaufstellungen?

Probleme sind etwas, das Menschen nie isoliert für sich allein haben, sondern immer in Bezug auf etwas oder jemanden, immer in: Systemen. Systeme können Familien, Organisationen, Konfliktsituationen, Entscheidungsdilemmata, schmerzhafte Ereignisse sein. Die Methode der Strukturaufstellungen ist eine revolutionäre Vorgehensweise, die genau hierin ihre Grundlage hat:

Strukturaufstellung

Systeme werden simuliert, indem Personen als Stellvertreter durch den Klienten intuitiv im Raum aufgestellt werden. Die Anordnung im Raum und die Körperempfindungen der Stellvertreter geben dann interessante Hinweise und überraschende Einsichten in die Muster und die Dynamik des Systems. Diese Konstellation gibt die gegenwärtige Situation überaus präzis wieder.

Das Phänomen, dass Stellvertreter wie die Originale empfinden, erstaunt immer wieder von Neuem. Es wird als repräsentierende Wahrnehmung bezeichnet. Offenbar verfügen wir alle diese Fähigkeit. Dies kann in jeder Aufstellung beobachtet werden.

Ziel der Strukturaufstellungen ist, vom Ausgangsbild her ein Lösungsbild zu finden. Dies ist ein komplexer Prozess, der durch Umstellung der Stellvertreter und Interaktionen zwischen ihnen gelingt. Dabei werden Verstrickungen sichtbar gemacht und gelöst, Hindernisse in Ressourcen transformiert. Dieses Geschehen ist oft sehr anrührend und intensiv. Indem der Klient Schwierigkeiten und ihre Auflösung unmittelbar erlebt, wird er selbst handlungsfähiger.

Im Lösungsbild fühlen sich alle Systemteile besser und der Klient erlebt einen Zustand von sich, in dem er erheblich ressourcenreicher und ist und oft unerwartete Handlungsmöglichkeiten erkennt. Er stellt sich dann selbst im Bild an den Platz des Fokus, seines eigenen Repräsentanten, und erfährt dort die Kraft und die Form des Bildes. Dies wird geankert und kann so im Alltag seine Wirkung entfalten und integriert werden.

Die Strukturaufstellungen wurden von Insa Sparrer und Matthias Varga von Kibéd seit 1989 entwickelt. Sie unterscheiden sich von anderen Aufstellungsarten durch die konsequente Lösungsorientierung, die Vielfältigkeit der Anwendung (es wurden inzwischen mehr als vierzig Aufstellungsformate entwickelt) und eine äußerst sparsame Deutung durch den Leiter. Das ermöglicht auch ein sehr verdecktes Vorgehen mit minimalen Informationen, wodurch die Privatsphäre eines Klienten in hohem Maße geschützt werden kann. Außerdem wird die Freiheit gewahrt, selbstverantwortlich mit den sich zeigenden Informationen umzugehen.