Wurzeln und Quellen

Systemische Strukturaufstellungen sind eine Synthese des best of unterschiedlichster Methoden zur Lösung von Konflikten und zur Veränderung schwieriger Konstellationen.

Strukturaufstellung Die Strukturaufstellungen wurden in dieser Form in den letzten 15 Jahren von der Psychologin Insa Sparrer und dem Logiker und Philosophen Matthias Varga v. Kibéd entwickelt. Sie unterscheiden sich in vielen relevanten Punkten von den bekannten Familienaufstellungen nach Bert Hellinger. Obwohl auch Hellinger zu den Wurzeln und Quellen der Strukturaufstellungen zu zählen ist, sind die Unterschiede doch so erheblich, dass nicht mehr vom gleichen Verfahren gesprochen werden kann.

Es gibt vier wesentliche Hauptwurzeln der Strukturaufstellungen:

  1. Die (Familien-)Rekonstruktions- und Skulpturarbeit nach Virginia Satir, deren Haltung für die Arbeit prägend ist.
  1. Die Hypnotherapie von Milton Erickson, von der einerseits der präzise und wohlbedachte Einsatz von Sprache gelernt wird, und andrerseits die sog. Systemische Gestik, d.h. den Einsatz der kataleptischen Hände als Repräsentanten zum Test und für die Einzelberatung.
  1. Die Familienaufstellungsarbeit nach Bert Hellinger, der sich das Grundverfahren verdankt. Nämlich dass durch gewählte Stellvertreter ein Bild des Systems im Raum aufgestellt wird und dann durch Interventionen (Umstellungen und Prozessarbeit) ein Lösungsbild gesucht wird.
  1. Die lösungsfokussierte Methodik nach Steve de Shazer und Insoo Kim Berg, auf deren Grundlage das Vorinterview zur Aufstellung durchgeführt wird. Ohne problemphobisch zu sein, wird hier konsequent nach den gewünschten Lösungen im Sinne des Klienten (und nur in diesem!) gesucht. Die sogenannte "Wunderfrage" als direktes Hineinführen in den gesuchten Lösungszustand kann hier angewendet werden.

Wie die Auflistung zeigt, bezieht sich die Differenz zu Hellinger im Wesentlichen auf die Haltung des Aufstellungsleiters und Beraters, den methodisch-theoretischen Hintergrund und die Integration der Aufstellung im Leben des Klienten.

In Strukturaufstellungen versteht sich der Leiter nicht als "Guru", der die Probleme seines Klienten durchschaut. Sondern in Vorinterview und Aufstellung selbst wird für das Problem des Klienten eine Lösung gesucht, und nicht für dasjenige Problem, das der Leiter zu sehen meint.

Mit anderen Worten: Der Leiter der Aufstellung drückt dem Klienten nicht seine Lösung auf´s Auge, sondern ist eher ein Gastgeber, der gemeinsam mit dem Klienten und der Unterstützung durch die Stellvertreter eine mögliche Lösung sucht, eine solche, die den Klienten handlungsfähiger macht.

Aufstellung sind keine "Schau" der Wirklichkeit, die sich vorallem dem Leiter kaum kommunizierbar zeigt. Sondern Strukturaufstellungen geben ein perspektivisches Bild der Situation unter dem Gesichtspunkt des Anliegen des Klienten.

Der Aufstellungsleiter präsentiert auch nicht DIE einzige und wahre und seligmachende Lösung, sondern in kooperativen Prozess mit dem Klienten, in welchem dieser auch eigene Deutungen, Ideen, weitere Anliegen, zusätzliche Informationen einbringen kann wird ein Lösungsbild gefunden. Der Prozess während der Aufstellung mit den aufgestellten Stellvertretern gibt dann ebenfalls wesentliches Feedback und neue Inputs. Selbstverständlich bringt der Leiter seine professionelle Kompetenz und Erfahrung ein, doch ohne diese als Einsichten in ewige Gesetzmäßigkeiten zu präsentieren. Vielmehr sind die zugrundeliegenden systemischen Prinzipien weder Gesetze noch bloße Konstruktionen, sondern bewährte Lösungsmuster.

Strukturaufstellungen geben keine absolute Deutung im Sinne eines: So ist es! Sondern sie sind unterschiedsbasiert und versuchen weitgehend auf Deutungen zu verzichten. Es ist wichtiger, dass ein Prozess und die Erfahrungen stattfinden, als zu wissen, zwischen wem er stattfindet.