Selbst-Aufstellung

Bei dem Kollegen Dr. Robert Langlotz habe ich ein hochinteressantes neues Format kennen gelernt, das ich bereits mit großem Erfolg selber anwende. Es lässt sich auch sehr schön in die Strukturaufstellungen integrieren.

Es geht in diesem Format um die Lösung aus den sog. symbiotischen Mustern. Diese treten in Familien, Partnerschaften und Teams auf, wenn z.B.

- die Verbindung zu den eigenen Gefühlen und Bedürfnissen gestört ist
- man mehr beim anderen und seinen Gefühlen als bei sich selbst ist
- man sich nicht gut schützen kann (Aggressionshemmung)
- die Bereitschaft da ist, sich abhängig zu machen und manipulieren zu lassen
- nicht genug Raum für die eigene Entfaltung da ist
- man sich einsam und resigniert fühlt
- jemand sich beim anderen (Partner) besser auskennt als bei sich selber
- eigene Entscheidungen schwer oder nur mit Schuldgefühlen getroffen werden
- es einem selber schlecht geht wenn es einer wichtigen Bezugsperson schlecht geht
u.v.m.

Oft wird dabei geradezu ein Abgrenzungsverbot zu anderen wichtigen Menschen erlebt. Soweit zum Problem... 

Die Lösung durch die Aufstellungsarbeit  beruht auf folgender sehr spannender Beobachtung:

Je mehr jemand seinen eigenen inneren Raum wahrnehmen, abgrenzen und schützen kann, umso stärker und intensiver wird der Zugang zu sich selbst (und damit zu Selbstbestimmtheit, Kongruenz, Eigenverantwortung) - und umgekehrt.
Und umso deutlicher jemand das gelingt, umso mehr Präsenz und Klarheit gibt es in Beziehungen. Kontakt braucht klare Grenzen.
Praktisch geschieht das in der Aufstellung so, dass man von Beginn an ein "Selbst" des Klienten zum Problemsystem mit aufstellt. Dieses Selbst ist nicht die Seele, das höhere Selbst, der Focus, sondern der Teil von sich, der eben durch das Problem nicht mehr da, präsent und lebendig sein konnte. Im Prozess der Aufstellung wird der innere Raum von äußeren Personen "aufgeräumt" und eine Verbindung mit dem Selbst wieder möglich gemacht. Mit einem speziellen Abgrenzungsritual lernt der Klient, seinen inneren Raum zu schützen und für ihn einzutreten. Danach kann auf neue Weise eine Beziehung und Verbindung zu den vorher problematisch erlebten Personen entstehen.