Setting

Strukturaufstellung

Strukturaufstellungen sind nicht das Werk des Aufstellungsleiters, sondern der Leiter sucht im gesamten Verlauf der Aufstellung gemeinsam mit dem Klienten und den Stellvertretern nach Lösungen. Als beteiligter Zuschauer und im Schluss- oder Lösungsbild auch in der Aufstellung selbst erlebt der Klient Prozess und Lösungsmöglichkeiten. Für alle Beteiligten und Zuschauer ist jede einzelne Aufstellung in der Regel eine äußerst intensive Erfahrung.

Der Ablauf gliedert sich in drei Phasen: Das Vorinterview, die Aufstellung, Nachbesprechung.

Im Vorinterview verfahre ich konsequent nach der von Steve de Shazer entwickelten Methode des lösungsfokussierten Gesprächs. Dabei erfage ich, welches Ziel der Klient hat, was er statt des Problems sucht und was er anders tun möchte. Immer geht es darum herauszufinden, welche Lösung der Klient wünscht.

Da das lösungsfokussierte Gespräch für sich bereits eine vollständige Methode ist, geschieht es gelegentlich (und gar nicht so selten), dass dieses Interview bereits ausreicht, um das gestellte Problem zu lösen. Wesentlich geht es um das Entwickeln der Frage des Klienten und der erwünschten Antwortrichtung. Es ist gewissermaßen die Auftragsverhandlung für das Ergebnis, welches angestrebt wird. In der Regel dient das Vorinterview auch dazu, das Format für eine Strukturaufstellung und die für das Problemsystem relevanten Personen oder Elemente herauszufinden.

Es gibt bei Strukturaufstellungen (anders als bei Aufstellungen nach Bert Hellinger) keine Begrenzung, welche Typen von Elementen aufgestellt werden können.

Die Aufstellung selbst beginnt in der Regel auf folgende Weise: Der Klient wählt aus der Gruppe Stellvertreter für die verschiedenen Personen oder Elemente des aufzustellenden Systems. Für sich selbst (genannt Fokus), für z.B. Vater, Mutter, Partner, oder seine Entscheidungsalternativen oder für ein bekanntes, relevantes Hindernis etc.
Sind alle Stellvertreter ausgewählt, führt der Klient sie, indem er sie an den Schulterblättern berührt, dem Impuls der Bewegung folgend, an einen Ort im Raum. Sind alle Stellvertreter so in den Raum geführt, ist das Ursprungsbild gestellt. Nun befragt der Leiter alle Stellvertreter nach Unterschieden in ihrem Erleben, seitdem sie aufgestellt wurden. Die Stellvertreter selbst erzählen dabei oft von ebenso präzisen wie verblüffend treffenden Wahrnehmungen.

Nun folgt die Lösungsarbeit - durch Umstellungen und Interaktionsprozessen zwischen den Stellvertretern. Es werden Verknotungen, Unklarheiten und Hindernisse aufgelöst. Es kann z.B. eine längst überholte aber noch immer unbewußt wirkende Loyalität gegenüber einem Familienmitglied in einen Hilfspatron umgewandelt werden. Oder es kann um einen Schritt des Verzeihens gehen, ein vergessenes Mitglied der Familie oder ein früherer wichtiger Mitarbeiter des Unternehmens, wird wieder gewürdigt und einbezogen. All dies verwandelt Blockaden des bisherigen Handelns in neue, oft sehr kraftvolle Ressourcen und neuartige Handlungsmöglichkeiten des Klienten. Um die ganze Intensität der Aufstellung zu erfahren, tritt der Klient schließlich an die Stelle seines Stellvertreters und erlebt das gefundene Lösungsbild mit allen seinen Sinnen.

Die Nachbesprechung kann in zwei Weisen geschehen: Einmal gibt es direkt im Anschluss an die Aufstellung, die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Häufig indes hat die Aufstellung eine prägnante Evidenz und will zunächst verarbeitet werden, da Aufstellungen oft überraschende oder nicht gesehenen Aspekte der eigenen Lebenslage zeigen. Deshalb biete ich in solchen Fällen Einzelgespräche an. Mit einigen Tagen Abstand erweist es sich oft als sinnvoll, die veränderte Situation nochmals anzusehen und durchzusprechen. Diese Einzelgespräche sind lösungsfokussiert und geben weitere, fortführende Impulse.